Review: Mary und die Blume der Hexen [Blu-ray]

Erst vor wenigen Jahren neu gegründet, landeten sie jetzt schon einen großen Erfolg mit ihrem ersten Film. Der name des Films: Mary und die Blume der Hexen; der Name des Studios: Ponoc. Schon ein Jahr nach der Veröffentlichung in Japan erreichte der Anime am 13. September 2018 die deutschen Kinos und erschien wenige Monate später, am 04. Dezember 2018, durch das Anime-Label peppermint anime auf Blu-ray und DVD. John Viktor Schwab


ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Marys Abenteuer

Die Ferien bei ihren Großeltern verbringend langweilt Mary zu tode. Nichts passiert und Freunde, mit denen sie die Gegend erkunden könnte, hat sie bei ihren Großeltern auch keine. Doch Mary gibt nicht auf, irgendetwas muss es doch zu tun geben. Und so versucht das kleine rothaarige Mädchen zu helfen, wo sie nur kann. Sehr geschickt stellt sie sich dabei jedoch wirklich nicht an. Schnell soll sie auf Peter treffen, dann auf seine Katze und ehe sie es sich versieht steht sie mitten in einem Wald vor einer auf wundersame Weise blau leuchtenden Blume. Und damit fängt das Abenteuer gerade erst an …

Magie

Wieder im Wald, findet Mary einen Besen, welcher scheinbar in den Baum eingewachsen ist. Als sie versucht, diesen von den Ranken zu befreien, lässt Tib, der schwarze Kater von Peter, eine blaue Beere der “Flieg-bei-Nacht-Blume“ in Marys Hände fallen. Diese zerplatzt und bildet zwischen ihren Fingern und dem Besen zu ihrer Rechten einen komisch klebrigen Schleim, welcher plötzlich in ihrer Handfläche und auf dem Besen verschwindet. Daraufhin fängt der Besen an, sich zu verändern. Er wölbt sich auf, leuchtet auf einmal an einer eingeritzen Kerbe blau und kurzerhand hüpft der Besen mit der schreienden Mary durch die Gegend und hebt abrupt mit ihr in die Lüfte ab. Nach einem Flug, voller Angst diesen nicht zu überstehen und nie wieder nach Hause zu gelangen, folgt plötzlich das Unfassbare. Zusammen mit Kater Tip erreicht sie eine auf den Wolken schwebende Welt.

Bild und Animationen

Der Film basiert auf dem Roman Der verhexte Besen, geschrieben von Mary Steward, und ist der erste aus dem Hause Ponoc. Das Studio wurde erst 2015, vom ehemaligen Studio Ghibli Produzenten, Yoshiaki Nishimura, gegründet und erreichte mit seinem ersten Film, Mary und die Blume der Hexen, direkt einen großen Erfolg als einer der sechs umsatzstärksten Spielfilme des Jahres in Japan.

Das Bild und die Animation können in jeder Hinsicht überzeugen. Die Farben sind ausgewogen, ansprechend, bunt und kräftig. Besondere Szenen werden stark hervorgehoben und farblich äußerst passend untermalt. Das Bild wirkt sehr hochwertig und detailreich, die Animationen sind stets flüssig. Das Charakterdesign ist wirklich gelungen und die Mimik dadurch gut getroffen. Alles in allem präsentiert sich Mary und die Blume der Hexen in einem äußerst hochwertigem Gesamtbild.

Deutsche Umsetzung und Musik

Von der Firma Mo Synchron in München ausgeführt, präsentiert sich der Film mit einer äußerst wertigen Synchronisation, bei welcher Henning Stegelmann die Dialogregie und das -buch führte.

Besonders überzeugen konnte mich natürlich der Hauptcharakter Mary, im deutschen gesprochen von Laura Jenni. Ihre Stimme war ausdrucksstark und passte wie angegossen auf den Charakter. Aber auch die anderen Stimmen konnten ebenfalls mit Ausdruck und Engagement überzeugen. Untermalt wurde der Anime immer wieder von verschiedenen musikalischen Einlagen, welche fast alle stimmig waren und mit ihrer Wertigkeit überzeugen konnten. Insgesamt konnte die deutsche Umsetzung und die Musik in fast allen Punkten überzeugen und präsentierte sich untrüglich hochwertig. Gewiss hat man dennoch die Möglichkeit, sich den Film in der originalen Fassung mit deutschen Untertiteln anzusehen.

Fazit

Der erste Film aus dem Hause Ponoc lässt Herzen höher schlagen. Auf der einen Seite nutzt er viele Elemente und Stilmittel, wie die markanten Farben oder das Charakterdesign, die stark an das Studio Ghibli erinnern. Auf der anderen Seite überzeugt er mit einem hochwertigem Bild, einem tollen Charakterdesign und einer äußerst ansprechenden deutschen Synchronisation sowie der fast immer passenden Musik. Leider muss der Film auch einige Abstriche machen. Zum einen erinnern manche Szenenbilder zu sehr an Bilder vergangener Studio-Ghibli-Filme, zum anderen ist der Hauptcharakter Mary etwas zu leichtgläubig und einfältig. Auch sind bestimmte Einstellungen mit großen Gebäuden zu leer und wirken somit trist, zur Mitte hin zieht sich der Anime leider etwas und zum Ende schwächelt die Story ein wenig. Nichtsdestoweniger ist Mary und die Blume der Hexen ein ziemlich gelungenes erstes Werk und definitiv empfehlenswert.

Kurzfazit

Mary und die Blume der Hexen ist, auch trotz einiger Schwächen, ein ziemlich gelungenes erstes Werk aus dem jungen Studio Ponoc und kann mit viel altbekanntem Ghibli-Charme überzeugen.

Bilder und Trailer:
©2017 M.F.P. / peppermint anime

Pro

  • schönes Bild
  • interessante Story

Contra

  • zieht sich in der Mitte etwas
  • teilweise leere Settings
9.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik:

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