Review: Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls [PlayStation 4]

Es ist immer interessant, wenn ein Franchise seine Spielmechaniken ändert und ein Spin-Off ins Leben gerufen wird. Aus dem Visual Novel rund um ein mörderisches Schulleben wird so in Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls ein story-basierter Third-Person-Shooter. Mario Nguyen

Trotz dem Label „Spin-Off“ bietet Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls eine Story, die direkt nach der Handlung von Danganronpa: Trigger Happy Havoc und Super Danganronpa 2 stattfindet. So sehen wir auch viele bekannte Gesichter: Mit dabei ist Komaru Naegi, die Schwester des Danganronpa: Trigger Happy Havoc Protagonisten Makoto Naegi, sowie Touko Fukawa, die das mörderische Schulleben ebenfalls überlebte. Die Story knüpft kurz nach dem ersten Danganronpa an und wird dabei aus der Sicht von Komaru Naegi erzählt. Diese wurde während der „schlimmsten, grauenhaftesten Tragödie, die die Menschheit je erlebt hatte“ entführt und ist seitdem ein Jahr in einer Wohnung eingesperrt. Sie wird dann von einem bekannten Danganronpa Darsteller, Byakuya Togami, gerettet. Doch bei der Rettung geht leider einiges schief, weshalb sich Komaru nun alleine in der Stadt durchkämpfen muss und dabei selbst zu einem Charakter eines Tötungsspiels wird. Eine Gruppe von Kindern, die sich selbst die „Hoffnungskinder“ nennen, wollen die gesamte Stadt von Erwachsenen befreien. Dafür nutzen sie Monokuma Roboter, um alle erwachsenen Personen zu eliminieren. Zum Glück trifft sie auf Touko Fukawa, die nachdem sie das erste Tötungsspiel überlebt hatte, in die Stadt gekommen ist, um Komaru zu retten. Doch damit sie sich gegen die Menge an Monokuma Robotern zu behaupten kann, besitzt Komaru eine Art Pistole, die die Schaltkreise der Roboter zerstören oder manipulieren kann. Touko dagegen verlässt sich im Kampf auf ihre zweite Persönlichkeit, „Genocyder Shou“, eine Serienmörderin, die es besonders auf gutaussehende Jungs abgesehen hat.

Mehr Action als gewohnt

Die Action in Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls kommt auf jeden Fall nicht zu kurz. Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Gegnertypen, die sich allesamt in punkto Geschwindigkeit, Kampfstil oder Ausdauer unterscheiden. Somit sollten wir einiges an Zielwasser trinken, damit wir nicht Game Over gehen. Die Pistole selbst lässt sich sehr gut bedienen, könnte aber etwas schneller reagieren. Besonders bei schnellen Gegner sind wir häufig einfach zu langsam. Besonders interessant wird es, sobald wir einige Upgrades erhalten. Damit können wir die Gegner nicht nur zerstören, sondern sie unter anderem auch paralysieren oder die Kontrolle übernehmen und sie gegeneinander kämpfen lassen.

Spielen wir Touko Fukawa können wir in den Nahkampf übergehen und mit unseren rasier-messerscharfen Scheren alles niedermetzeln. Doch können wir Touko leider nur zeitlich begrenzt steuern. Dies ist aber auch verständlich, da es sonst mit  Touko als Genocyder Shaw eindeutig zu einfach wäre. Neben den Kampfszenen untersuchen wir die Stadt und lösen kleine Puzzles. Diese sind gut in das Spiel integriert und bieten einiges an Denkspaß. So müssen wir uns durch eine Reihe an Monokumas vorbeischleichen, versteckte Zahlencodes finden oder uns durch die Räume suchen und versteckte Objekte finden. Besonders diese Momente werden mit einer Menge Humor gestaltet. Die beiden Protagonisten unterhalten uns die gesamten 15 Spielstunden mit witzigen Dialogen. Besonders Toukos wilde Fantasien über Byakuya (den sie als ihre große Liebe betrachtet) lassen uns jedes mal schmunzeln.

Gelungener Port?

Technisch gesehen erkennt man, dass Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls eine verbesserte PlayStation-4-Version ist. Original erschien sie vor einigen Jahren für die Playstation Vita. Die Texturen sind nicht knackig und die Charaktermodelle könnten detailreicher und sauberer ausgearbeitet sein. Sehen wir über diese kleinen Mängel hinweg, bleibt Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls trotzdem ein sehr schönes Spiel, das besonders die düstere Danganronpa-typische Atmosphäre gekonnt einfängt. Musikalisch werden wir wieder mit hervorragend stimmigen Stücken verwöhnt. Auch bekannte Kompositionen werden den Danganronpa-Fans mit Sicherheit auffallen. Das Spiel lässt sich in japanischer oder englischer Sprache geniessen und beinhaltet englische Texte. Diese sind aber nicht allzu stark zu kritisieren, da wir in Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls deutlich weniger lesen müssen als in den Hauptspielen. Nichtsdestoweniger wären deutsche Texte eine sehr schöne Abwechslung gewesen.

Fazit

Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls ist eindeutig anders. Wer allerdings Danganronpa-Fan ist, kann auch mit dem shooter-lastigen Spin-Off definitiv warm werden. Dafür sorgen zahlreiche Anspielungen und der gewohnte Wortwitz der Reihe. Besonders Touko Fukawas Charakter wird durch das Spiel stark verbessert und ausgefeilt. Leider stechen aber die restlichen Charaktere nur bedingt heraus und sind nicht allzu präsent, wie es sonst in den Danganronpa Titel ist. Für Spieler die, die Reihe gar nicht kennen, könnte Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls allerdings ein schwieriger Start sein, da das Spiel stark darauf basiert, dass man Vorkenntnisse besitzt.

Des Weiteren bedanken wir uns bei NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Bilder und Trailer:
© Spike Chunsoft Co., Ltd. “DANGANRONPA” is a registered trademark of Spike Chunsoft Co., Ltd. All Rights Reserved. Licensed to and published by NIS America Inc.
 
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