Review: The Legend of Zelda: Breath of the Wild [Nintendo Switch]

Der 03.03.2017 war ein Tag, den wohl viele Spieler weltweit in ihrem Kalender markiert haben: An diesem Tag erschien The Legend of Zelda: Breath of the Wild, eines der meisterwarteten und auch von der Fachpresse bestbewerteten Videospiele überhaupt. Ob und wie wir dies bestätigen können, werdet ihr hier erfahren. Fabian M.

Handlung

Vor hundert Jahren nahm das Schicksal seinen Lauf: Die Verheerung Ganons brauch aus ihrem Gefängnis aus. Doch die Hylianer hatten vorsorglich Gegenmaßnahmen ergriffen: Sie suchten und fanden antike Relikte, mit denen vor 10 Jahrtausenden die Verheerung Ganon bezwungen wurde – die vier Titanen. Sie wurden jeweils von einem Piloten, Recken genannt, gesteuert. Also suchte man unter den vier Völkern Hyrules nach den besten vier Kriegern, die dann jeweils einen Titanen steuern sollten. Anführer dieser Recken war die Prinzessin des Königreiches Hyrules, Zelda, mit der vererbten heiligen Siegelkraft, die ständig vom Held mit dem Bannschwert begleitet wurde. Die Titanen waren für sich schon von unvorstellbarer Kraft, trotzdem wurden sie noch von einer riesigen Armee an automatischen Kampfrobotern, Wächtern genannt, ergänzt. Zusammen hatten sie bei Weitem genug Kraft, um Ganon wieder zu versiegeln. Doch dann kam alles anders: Gleich nachdem Ganon ausgebrochen war, übernahm er die Kontrolle über die Titanen und alle Wächter. Erbarmungslos zerstörten sie das gesamte Königreich und töteten die Mehrheit der Bevölkerung. Wehren konnten sich nur wenige. Bei der Übernahme wurden alle vier Recken getötet, der Held schaffte es jedoch noch, die Prinzessin zu retten, wurde aber schwer verwundet. Um ihn zu heilen, wurde er in einen hundertjährigen Schlaf versetzt. Nun sind wir wieder erwacht und müssen die Titanen zurückerobern, das Bannschwert wiederfinden und Ganon besiegen, denn die Prinzessin kämpft all die Jahre mit ihrer heiligen Bannkraft gegen Ganon. Auf dem Weg finden wir viele freundlich Gesinnte, aber auch viele Schwierigkeiten, die die Verheerung anrichtete. Glücklicherweise sind einige Personen, mit denen wir damals Kontakt hatten, immer noch am Leben, denn: Wir haben unsere Erinnerung verloren. Also müssen wir zuerst wieder herausfinden, was genau geschah, und wo das Bannschwert ist …

Bild und Ton

Das Spiel ist in einem zeichnerischen Graphikstil gehalten. Die allermeisten der Texturen sind hochauflösend, die Auflösung von 900p wird vollkommen ausgenutzt; die graphischen Effekte vor Allem rund um die Vegetation sind hervorragend, auch wurde eine gute Texturfilterung und Kantenglättung verwendet.

Die Musik ist zumeist sehr passiv, tritt aber in Schreinen und in den Titanen deutlich in den Vordergrund. Dann ist sie immer sehr gut gelungen, auch wenn natürlich die Note Koji Kondos fehlt, keiner der Tracks ist von diesem höchstem Niveau, trotzdem ist die Musik im Ganzen gut gelungen.

Gameplay

The Legend of Zelda: Breath of the Wild bietet neben der eigentlichen Handlung etliche optionale Nebenaufgaben. So kann man in der – überaus riesigen Spielwelt – 900 Krogs (Waldmonster, die aus The Legend of Zelda: The Wind Waker bekannt sind) sowie 120 Schreine finden. Immer, wenn man einen Schrein gemeistert hat, erhält man ein Zeichen der Bewährung; vier Zeichen können für einen Herzcontainer, der die maximalen Herzen erhöht, oder einen Ausdauercontainer, der die Ausdauer erhöht eingetauscht werden. Schreine findet man in verschiedensten Formen: Rätselschreine, die auf der ganzen Welt verteilt sind und ein zu lösendes Rätsel beherbergen sowie Schreine, die durch Lösen eines Rätsels erreichbar sind (Beispiele dafür sind riesige Labyrinthe oder eine einsame Insel, auf der die eigene Ausrüstung abgenommen wird und man sich dann fast ohne Waffen Monster besiegen und Kugeln an Zielorte bringen muss). Schreine, die nach dem Bewältigen eines Rätsels erreicht werden, enthalten meist direkt eine Truhe und das Zeichen der Bewährung, sodass kein weiteres Rätsel zu lösen ist. Die Rätselschreine sind sehr abwechslungsreich gestaltet, sodass es auch nach vielen Schreinen der Spielspaß erhalten bleibt.

Neu ist auch das Waffen- und Itemsystem: Auf der Welt, in Truhen und bei besiegten Gegner können

Waffen gefunden werden. Diese Waffen besitzen eine spezifische Angriffskraft und Haltbarkeit, richten also waffenabhängig Schaden an und werden nach einigem Gebrauch zerstört. Dies gilt auch für Schilde und Bögen sowie für Pfeile, auch wenn manchmal verschossene Pfeile wieder eingesammelt werden können. Die Items sind diesmal durch den Shiekah-Stein verwirklicht, unserem ständigen Begleiter. Der Shiekah-Stein zeigt uns die Karte, verfügt über eine Teleport-Funktion und eben über die Items: Zum einen über die bekannten runden Bomben, zum anderen über neue würfelförmige Bomben, die weniger rollen, über ein Magnetmodul, über ein Modul zum temporären festhalten bestimmter Objekte sowie über ein Modul, das auf Wasser Eissäulen erzeugt. Alle diese Module haben keine Munition, aber einen Cooldown. Das neue Itemsystem fühlt sich sehr frisch an und stellt auf jeden Fall eine erfreuliche Alternative zu den vorangegangenen Spiele der Serie da.

Die bereisbare Welt ist wahrlich riesig. Auch wenn man oft von erhöhten Positionen die gesamte Welt einsehen kann, ist sie doch von ungeahnter Größe, etwas derartiges war in der Serie noch nie da gewesen. Oftmals wird bei großen Karten deren Leere oder Eintönigkeit (zurecht) bemängelt, doch dieses Mal scheint alles anders: Die Welt ist überaus abwechslungsreich, es gibt kaum Ebenen. Nur im Zentrum der bereisbaren Welt ist eine Ebene, sonst ist die Welt stark von Gebirgen und Hügellandschaften geprägt. Natürlich dürfen auch die typischen Orte nicht fehlen: Eine Wüste ist genauso von der Partie wie ein Vulkan, ein See, sowie die altbekannten Dörfer Kakariko, Gerudo-Stadt, Goronia und Zora-Dorf. Trotzdem sind auch neue Orte wie das Dorf Hateno vorhanden. Sehr viele Orte sind benannt, man findet die Namen vieler vergangener Charaktere, etwa Darunia oder Tingle. Die Personen sind – nintendotypisch – von charakterlicher Tiefe und erzählen oft eine eigene Geschichte. Auch gibt es nun mehr interaktive Gespräche.

Titanen

Die vier Titanen ersetzen einigermaßen die Dungeons: Sie sind räumlich gesehen kleine Orte mit vielen Rätseln. Auch beherbergen sie immer einen Bossgegner, der, sobald er besiegt wurde, einen Herzcontainer fallen lässt. Um in die Titanen zu kommen, sind viele Aufträge von Nöten, man bedarf stets der Hilfe eines Einheimischen, also eines Zoras, eines Gerudos, eines Orni oder eines Goronen. Sie sind das Herzstück der spielerischen Handlung und garantieren einige Spielstunden und auch für alte Fans viel Spielspaß.

Menüs

Die Menüs sind sehr übersichtlich organisiert, es gibt Menüs für die Nahrung und (selbstgekochte) Gerichte sowie ein Tagebuch der Aufträge und ein Kartenmenü. Zusammen mit der Minimap ein wahrlich gelungenes Gesamtpaket.

Fazit

Ich finde keine wirklichen Kritikpunkte. Einzig die Tatsache, dass nach erfüllten Nebenmissionen manchmal ein „leerer“ Schrein ohne Rätsel erscheint, in dem ein Zeichen der Bewährung ist, anstatt es uns direkt zu überreichen, kann kritisiert werden. Allerdings wird, so wie es nun ist, die Logik, warum wir der Einzige im Besitz der Zeichen der Bewährung sind, aufrechterhalten. Die Welt ist gigantisch, das Kampfsystem fair (da man ja sehr früh im Spiel theoretisch alle Orte bereisen kann, erhöht sich die Schwierigkeit stufenweise in den Nächten des Blutmondes, in der alle Gegner auf der gesamten Spielwelt schwieriger zu besiegen werden), die Musik gut, die Graphik hervorragend und das Gameplay ungeschlagen. Auch die Story ist sehr tiefgründig. Somit kann ich nicht anders, als dieses Spiel so zu nennen: Auf einer Stufe mit Ocarina of Time das beste Spiel aller Zeiten.

Des Weiteren bedanken wir uns bei Nintendo (bzw. SZ Scala GmbH) für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Bilder und Trailer:
© Nintendo

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